Monatlich Geld anlegen und langfristig Vermögen aufbauen – das klingt nach etwas für Profis. Doch mit einem ETF-Sparplan ist das für jeden möglich, der bereit ist, ein paar Grundlagen zu verstehen. In diesem Ratgeber erfahren Sie, was ETFs sind, wie ein Sparplan funktioniert und auf was Sie als Einsteiger achten sollten.
Was ist ein ETF?
ETF steht für „Exchange Traded Fund“ – also ein börsengehandelter Fonds. Ein ETF bildet einen Index nach, zum Beispiel den MSCI World (enthält über 1.600 Unternehmen aus 23 Industrieländern) oder den DAX (40 größte deutsche Unternehmen). Statt einzelne Aktien zu kaufen, investieren Sie mit einem ETF automatisch in viele Unternehmen gleichzeitig – das senkt das Risiko erheblich.
Was unterscheidet ETFs von klassischen Fonds?
Klassische Investmentfonds werden aktiv von Fondsmanagern verwaltet. Das kostet Gebühren – und die meisten aktiven Fonds schneiden trotzdem schlechter ab als der Marktdurchschnitt. ETFs hingegen verwalten sich quasi selbst, indem sie einfach den Index kopieren. Die Kosten (TER – Total Expense Ratio) liegen bei ETFs oft nur zwischen 0,1 und 0,5 Prozent pro Jahr, während aktive Fonds oft 1,5 bis 2,5 Prozent verlangen.
Wie funktioniert ein ETF-Sparplan?
Bei einem ETF-Sparplan legen Sie monatlich einen festen Betrag in einen bestimmten ETF an – zum Beispiel 50, 100 oder 200 Euro. Dieser Betrag wird automatisch abgebucht und in ETF-Anteile umgewandelt. Sie profitieren dabei vom sogenannten Cost-Average-Effekt: Sie kaufen bei niedrigen Kursen mehr Anteile und bei hohen Kursen weniger – das glättet die Durchschnittskosten über die Zeit.
Sparraten ab 25 Euro sind bei vielen Neobroker-Apps bereits möglich (Trade Republic, Scalable Capital, ING, DKB etc.).
Welcher ETF eignet sich für Einsteiger?
Für Anfänger empfiehlt sich ein breit gestreuter ETF, der möglichst viele Länder und Branchen abdeckt:
- MSCI World ETF: Deckt über 1.600 Unternehmen aus 23 Ländern ab. Gilt als Basisinvestment schlechthin.
- MSCI ACWI ETF: Wie der MSCI World, aber zusätzlich mit Schwellenländern (Emerging Markets) – noch breiter gestreut.
- FTSE All-World ETF: Ähnlich wie ACWI, abgebildet von Vanguard – bekannt für besonders niedrige Kosten.
Beliebte Anbieter (Emittenten) sind iShares (BlackRock), Xtrackers (DWS) und Vanguard. Alle drei sind seriöse und regulierte Anbieter.
Was kostet ein ETF-Sparplan?
Die Kosten setzen sich zusammen aus:
- TER (laufende Kosten des ETF): Meist 0,1–0,3 % pro Jahr, wird automatisch verrechnet.
- Ordergebühren: Manche Broker erheben pro Sparrate eine Gebühr (z. B. 1 Euro bei der ING). Viele Neobroker bieten kostenlose Sparpläne an.
- Depotgebühren: Viele Online-Broker führen das Depot kostenlos – ein wichtiges Auswahlkriterium.
Steuern auf ETF-Gewinne
In Deutschland zahlen Sie auf Kapitalerträge (Kursgewinne, Dividenden) die Abgeltungssteuer von 25 % plus Solidaritätszuschlag. Allerdings gilt ein jährlicher Freibetrag von 1.000 Euro (für Einzelpersonen). Mit einem Freistellungsauftrag bei Ihrem Broker stellen Sie sicher, dass dieser Freibetrag automatisch berücksichtigt wird.
Tipp: Thesaurierende ETFs (die Dividenden automatisch reinvestieren) sind für den Vermögensaufbau besonders effizient, da der Zinseszinseffekt voll wirken kann.
Fazit: Früh anfangen, langfristig denken
Ein ETF-Sparplan ist eine der einfachsten und kostengünstigsten Möglichkeiten, langfristig Vermögen aufzubauen. Je früher Sie anfangen, desto stärker wirkt der Zinseszinseffekt. Wichtig: ETF-Sparpläne sind langfristige Investments. Kursschwankungen gehören dazu und sollten Sie nicht zum Verkaufen verleiten. Wer diszipliniert 10, 20 oder 30 Jahre anspart, hat historisch gesehen immer eine positive Rendite erzielt – auch nach Berücksichtigung von Krisen und Einbrüchen.
