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Buchhaltung selbst machen als Einzelunternehmer – mein Erfahrungsbericht

Juli 20, 2026
Buchhaltung selbst machen als Einzelunternehmer – mein Erfahrungsbericht

Von Dmytro Nechepurenko | Unternehmer, Clausthal-Zellerfeld

Ich führe die Buchhaltung für meine Unternehmen seit einiger Zeit selbst – nicht weil ich es von Anfang an so geplant hatte, sondern weil mir keine andere Wahl blieb. Was als Notlösung begann, ist heute eine bewusste Entscheidung. Hier ist, was mich dazu gebracht hat, was es mich kostet und was ich dabei gelernt habe.

Warum ich meine Buchhaltung selbst mache

Der Auslöser war kein Spargedanke, sondern eine Enttäuschung. Unser damaliger Steuerberater hat uns mitten im laufenden Geschäftsjahr fallen lassen – mit der Begründung, er habe nicht genügend Kapazitäten. Gleichzeitig hat er die laufenden Gebühren sowie die Kosten für die Einrichtung der Buchhaltung ordnungsgemäß kassiert.

Ich hätte sofort einen neuen Steuerberater gesucht – aber das ist leichter gesagt als getan. Gute Steuerberater in Deutschland haben schlicht keine freien Plätze mehr. Das ist meiner Erfahrung nach kein Einzelproblem, sondern ein strukturelles Defizit, das den gesamten Mittelstand betrifft.

Also habe ich es selbst in die Hand genommen.

Welche Software ich nutze

Nach dem Vergleich mehrerer Buchhaltungstools ist meine klare Empfehlung: Buchhaltungsbutler. Für meine Gewerbebetriebe ist es das Werkzeug, das am besten funktioniert – übersichtlich, automatisiert und deutschlandtauglich.

Für die Gehaltsabrechnung nutze ich Lexware Lohn – ein separates Tool, weil das Lohnwesen eigene Anforderungen mitbringt, die ein allgemeines Buchhaltungsprogramm meist nicht vollständig abdeckt.

Was es mich kostet – in Zeit und Geld

Wer die Buchhaltung selbst macht, spart Geld, zahlt aber mit Zeit. Hier meine echten Zahlen:

Was ich durch Eigenleistung einspare:

PositionKosten
Private Steuererklärungca. 120 € / Jahr
USt-Voranmeldung (alle Gewerbe) + Buchhaltung 2 Gewerbeca. 240 € zzgl. MwSt. / Monat
Buchhaltung GmbHca. 400 € zzgl. MwSt. / Monat
Jahresabschluss / Bilanz GmbHca. 3.000 € / Jahr

Das sind grob 7.000–9.000 € im Jahr, die ich durch Eigenleistung einspare – oder genauer: in eigene Arbeitszeit umwandle.

Was es mich wirklich kostet:

Zwischen 5 und 10 Stunden pro Woche, je nach Periode. Monatsabschlüsse, Voranmeldungen, Belegvorbereitung – das addiert sich. Es gibt ruhigere Phasen und solche, in denen die Buchhaltung zur Halbtagsstelle wird.

Fehler mache ich trotzdem

Ich bin kein Steuerberater. Das bedeutet: Ich mache Fehler, und ich werde auch in Zukunft welche machen. Das ist der faire Preis für die Selbstständigkeit in diesem Bereich.

Was mich dabei getröstet hat: Auch mit einem Steuerberater war ich nicht fehlerfrei unterwegs – nur saß die Verantwortung woanders. Und wenn ein Steuerberater einen Fehler macht, lautet die Antwort meistens: „Ich habe verarbeitet, was Sie mir gegeben haben.“ Die Haftung ist begrenzt, der Ärger bleibt beim Unternehmer.

Heute trage ich die Verantwortung selbst – und das ist ein bewusster Entschluss.

Mein wichtigstes Fazit für andere Selbstständige

Gute Steuerberater sind vergeben. Wer heute einen wirklich kompetenten Steuerberater sucht, der auch Zeit für kleinere Unternehmen hat, wird feststellen: Die Wartelisten sind lang, die Kapazitäten knapp. Das ist kein deutsches Gerücht – das ist die Realität.

Ich glaube, dass KI (künstliche Intelligenz) mittelfristig der einzige skalierbare Ausweg aus diesem Engpass sein wird. Nicht als Ersatz für professionelle Beratung in komplexen Fällen, aber als Unterstützung für Selbstständige, die ihre Buchhaltung verstehen und eigenverantwortlich führen wollen.

Wer ohnehin bereit ist, sich einzuarbeiten, hat mit Tools wie Buchhaltungsbutler heute schon eine solide Grundlage – und mit etwas Disziplin auch die Kontrolle über seine eigenen Zahlen.

Dmytro Nechepurenko ist Unternehmer in Clausthal-Zellerfeld mit mehreren Gewerbebetrieben und einer GmbH.

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