Der Kalender zeigt Ende März – und damit naht für viele Autofahrer eine wichtige Aufgabe: der Wechsel von Winter- auf Sommerreifen. Doch wann ist der richtige Zeitpunkt, was kostet es, und worauf sollten Sie dabei achten? Wir erklären es Schritt für Schritt.
Wann ist der richtige Zeitpunkt für den Reifenwechsel?
Eine einfache Faustregel lautet: von O bis O – also von Oktober bis Ostern Winterreifen, danach Sommerreifen. Doch das ist nur eine grobe Orientierung. Entscheidend ist die Temperatur: Ab dauerhaft mehr als 7 Grad Celsius bieten Sommerreifen deutlich bessere Fahreigenschaften als Winterreifen. Sie bremsen kürzer, bieten mehr Grip in Kurven und verbrauchen weniger Kraftstoff.
2026 zeigt der Frühling sich früh – in vielen Teilen Deutschlands liegen die Temperaturen tagsüber bereits über 10 Grad. Wer noch auf Winterreifen unterwegs ist, verschenkt Sicherheit und Effizienz.
Selbst wechseln oder in die Werkstatt?
Wer Räder mit aufgezogenen Reifen eingelagert hat (sogenannte Kompletträder), kann den Wechsel selbst durchführen – sofern man über einen Wagenheber, eine Drehmomentschlüssel und etwas handwerkliches Geschick verfügt. Der Zeitaufwand beträgt etwa 30 bis 45 Minuten.
Wer nur Reifen ohne Felgen einlagert (sogenannte Bereifung), muss die Reifen aufziehen lassen – das geht nur in einer Werkstatt oder beim Reifenhändler. Der Service kostet je nach Anbieter zwischen 20 und 60 Euro.
Wichtig: Anzugsmoment beachten
Nach dem Wechsel müssen die Radschrauben mit dem richtigen Drehmoment angezogen werden. Dieser Wert ist im Fahrzeughandbuch angegeben und liegt je nach Fahrzeug zwischen 90 und 160 Newtonmeter. Zu locker ist gefährlich – zu fest kann die Schrauben beschädigen. Nach etwa 50 Kilometern empfiehlt es sich, die Schrauben nochmals nachzuziehen.
Profiltiefe und Reifenzustand prüfen
Bevor Sie die Sommerreifen montieren, sollten Sie den Zustand sorgfältig prüfen. Die gesetzliche Mindestprofiltiefe beträgt 1,6 Millimeter – empfohlen werden jedoch mindestens 3 Millimeter für sicheres Bremsen auf nasser Fahrbahn. Ein einfacher Test: Stecken Sie eine 1-Euro-Münze in eine Profilrille. Ist der goldene Rand vollständig sichtbar, ist es Zeit für neue Reifen.
Achten Sie auch auf:
- Risse oder Wülste an der Reifenflanke – können auf Alterung oder Schäden hinweisen
- Ungleichmäßiger Verschleiß – Hinweis auf falsche Spureinstellung oder Reifendruck
- Herstellungsdatum (DOT-Nummer) – Reifen älter als 6–8 Jahre sollten unabhängig vom Profil erneuert werden
Reifendruck richtig einstellen
Der Reifendruck ist entscheidend für Sicherheit, Verbrauch und Reifenverschleiß. Die empfohlenen Werte finden Sie im Tankdeckel, in der Fahrertür oder im Fahrzeughandbuch. Füllen Sie den Druck an einer Tankstelle auf und messen ihn immer bei kalten Reifen – nach einer längeren Fahrt ist der Druck durch Wärme verfälscht.
Viele moderne Fahrzeuge haben ein Reifendruckkontrollsystem (RDKS). Nach dem Reifenwechsel muss dieses System oft manuell zurückgesetzt oder neu angelernt werden – entweder per Knopfdruck im Fahrzeugmenü oder in der Werkstatt.
Einlagerung der Winterreifen
Auch die richtige Einlagerung der Winterreifen verlängert ihre Lebensdauer erheblich. Reinigen Sie die Reifen vor der Lagerung gründlich und lagern Sie sie an einem kühlen, trockenen und dunklen Ort – möglichst stehend (bei aufgezogenen Felgen) oder hängend bzw. liegend (bei losen Reifen). Vermeiden Sie die Nähe zu Ölbehältern, Elektromoren oder direktem Sonnenlicht, da Ozon und UV-Strahlung das Gummi angreifen.
Viele Werkstätten und Reifenhändler bieten auch professionelle Reifenhotels an – praktisch, wenn kein Platz zu Hause vorhanden ist. Die Kosten liegen meist zwischen 20 und 50 Euro pro Saison.
Fazit: Jetzt handeln lohnt sich
Ende März ist der ideale Zeitpunkt für den Sommerreifenwechsel. Die Temperaturen steigen, die Straßen sind trocken – und Sommerreifen bieten in diesen Bedingungen spürbar mehr Sicherheit und Effizienz als Winterreifen. Wer den Wechsel jetzt vornimmt, vermeidet außerdem die Stoßzeiten in Werkstätten rund um Ostern, wenn viele Fahrer gleichzeitig wechseln. Also: Reifen raus, Druck prüfen – und sicher in den Frühling starten.
