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Grundlagen: Das eigene Bett putzen! Was muss man da alles machen und wie?

15. Oktober 2026
Grundlagen: Das eigene Bett putzen! Was muss man da alles machen und wie?

Wir verbringen etwa ein Drittel unseres Lebens im Bett – und trotzdem wird die Reinigung des Schlafplatzes häufig vernachlässigt. Dabei gibt unser Körper jede Nacht rund 0,5 bis 1 Liter Feuchtigkeit durch Schweiß und Atemluft ab. Das schafft ein feuchtes, warmes Milieu, in dem sich Hausstaubmilben, Bakterien und Schimmelsporen wohlfühlen. Wie oft und wie gründlich man sein Bett reinigen sollte, hängt von Matratze, Bettwäsche und Bettgestell ab. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen, was wirklich wichtig ist – für erholsamen Schlaf und eine hygienische Schlafumgebung.

Bettwäsche – wie oft wechseln und waschen?

Die Bettwäsche (Bettbezug und Kissenbezüge) sollte alle ein bis zwei Wochen gewechselt werden. Bei erhöhter Schweißneigung, Allergien oder im Sommer ist ein wöchentlicher Wechsel empfehlenswert.

Die richtige Waschtemperatur

  • 60 °C: Tötet Hausstaubmilben und ihre Eier zuverlässig ab. Empfohlen für Allergiker und alle, die auf Hygiene besonders achten. Geeignet für Baumwolle und viele Mischgewebe.
  • 40 °C: Reicht für normale Verschmutzungen und schont empfindliche Stoffe wie Mikrofaser, Seide oder feine Baumwolle.
  • 30 °C: Nur für sehr empfindliche Materialien und leichte Verschmutzungen. Milben werden bei dieser Temperatur nicht zuverlässig abgetötet.

Waschmittel und Programm

Normales Colorwaschmittel oder Vollwaschmittel reichen für Bettwäsche aus. Auf Weichspüler sollten Sie verzichten – er legt eine Schicht auf den Fasern ab, die die Saugfähigkeit des Stoffes mindert und Rückstände hinterlässt. Bettwäsche aus Baumwolle lässt sich auf Schleuderstufe 1200–1400 U/min schleudern; empfindliche Materialien mit weniger Umdrehungen.

Trocknen von Bettwäsche

Bettwäsche sollte vollständig getrocknet werden, bevor Sie sie wieder auflegen. Im Trockner bei mittlerer Temperatur ist ideal; anschließend an der Luft aufhängen, bis sie völlig trocken ist. Leicht feuchte Bettwäsche im Schrank zu lagern führt zu Schimmelbildung.

Matratze reinigen – Schritt für Schritt

Die Matratze ist das Herzstück des Bettes und sollte regelmäßig gepflegt werden, auch wenn sie durch einen Matratzenschoner geschützt ist.

Regelmäßige Pflege (monatlich)

  1. Absaugen: Die Matratze mit dem Staubsauger (Polsterdüse, geringe Saugstufe) gründlich absaugen – Ober- und Seitenteile. So entfernen Sie Hausstaubmilben, Hautschuppen und Staub.
  2. Wenden und drehen: Die Matratze alle 3 Monate wenden (Ober- auf Unterseite) und halbjährlich auch längs drehen, um Druckstellen zu verhindern und gleichmäßig zu verschleißen. Achtung: Einseitige Matratzen (z.B. mit Kältekammern) werden nicht gewendet, nur gedreht.
  3. Lüften: Morgens nicht sofort die Decke zuschlagen – die Matratze braucht Luft. Bettdecke aufschlagen und das Bett 30 Minuten offen lassen.

Flecken aus der Matratze entfernen

  • Schweißflecken: Eine Paste aus Backpulver und etwas Wasser auf den Fleck auftragen, trocknen lassen und absaugen. Alternativ: Weiße Essig-Wasser-Lösung (1:1) auftragen, kurz einwirken lassen und abtupfen.
  • Blutflecken: Ausschließlich kaltes Wasser verwenden – heißes Wasser fixiert Eiweiß dauerhaft. Mit einer Paste aus Salz und kaltem Wasser oder Wasserstoffperoxid (3 %) behandeln.
  • Urinflecken: Sofort abtupfen, mit einer Mischung aus Wasser, Spülmittel und einem Spritzer Essig behandeln. Danach Backpulver aufstreuen, trocknen lassen und absaugen.

Wichtig: Matratzen nie komplett durchfeuchten. Zu viel Feuchtigkeit fördert Schimmelbildung im Matratzeninneren. Stets so wenig Flüssigkeit wie möglich verwenden und die Matratze danach gut lüften. Wenn Sie noch auf der Suche nach der richtigen Matratze sind, lesen Sie unseren Beitrag: Welche Matratze ist die richtige?

Kissen und Bettdecken waschen

Kopfkissen und Bettdecken nehmen über Monate Schweiß, Hautschuppen und Milben auf. Regelmäßiges Waschen ist daher wichtig.

Wie oft waschen?

  • Kopfkissen: Alle 3–6 Monate waschen, bei Allergikern häufiger (alle 4–6 Wochen).
  • Bettdecke: Zweimal pro Jahr waschen, im Frühling und Herbst. Bei Allergieproblemen auch häufiger.

Richtig waschen

  • Das Pflegeetikett beachten – es gibt Auskunft über Temperatur und Programm.
  • Synthetische Füllungen (Polyester): 60 °C, Schonprogramm, zwei Spülgänge.
  • Daunen und Federn: 40 °C, Daunenprogramm oder Schonwaschgang. Wichtig: Tennisbälle miteinwerfen, damit die Daunen sich nicht verklumpen.
  • Keinen Weichspüler verwenden – er zerstört die natürliche Isolierwirkung von Daunen.

Richtig trocknen

Kissen und Decken mit Daunenfüllung müssen im Trockner vollständig getrocknet werden, da feuchte Daunen schimmeln. Zwei bis drei Tennisbälle im Trockner verhindern das Verklumpen. Synthetische Füllungen können auch an der Luft getrocknet werden – zwischendurch aufschütteln.

Bettgestell und Lattenrost pflegen

Auch das Bettgestell und der Lattenrost sammeln Staub und brauchen gelegentliche Aufmerksamkeit.

Holzgestell und Lattenrost

  • Monatlich trocken oder leicht feucht abwischen.
  • Holzoberflächen mit Holzpflegemittel oder Leinöl gelegentlich behandeln, um das Material zu schützen.
  • Den Lattenrost auf Beschädigungen prüfen – gebrochene Leisten sollten sofort ausgetauscht werden, da sie die Matratze schädigen.
  • Lattenroste regelmäßig auf Schimmelspuren untersuchen, besonders wenn das Zimmer schlecht belüftet ist.

Metallgestelle

  • Mit einem feuchten Tuch und milder Seifenlauge reinigen.
  • Chromteile mit einem trockenen Tuch polieren.
  • Auf Rostspuren achten und diese sofort behandeln.

Milben im Bett – Prävention und Bekämpfung

Hausstaubmilben sind winzige Spinnentiere, die sich von menschlichen Hautschuppen ernähren und bevorzugt in warmen, feuchten Umgebungen leben. In jedem Bett befinden sich Millionen von ihnen – was für gesunde Menschen kein Problem ist, für Allergiker aber erhebliche Beschwerden verursachen kann.

Milben vorbeugen

  • Regelmäßiges Lüften: Täglich das Schlafzimmer lüften und die Matratze offen liegen lassen. Milben mögen keine Trockenheit.
  • Niedrige Luftfeuchtigkeit: Im Schlafzimmer eine Luftfeuchtigkeit unter 50 % anstreben. Hygrometer helfen, den Wert zu kontrollieren.
  • Bettwäsche bei 60 °C waschen: Abtöten von Milben ist nur bei mindestens 60 °C zuverlässig möglich.
  • Matratzenschoner: Milbendichte Encasings (Matratzenschutz-Überzüge) schützen die Matratze und lassen sich leicht waschen.

Milben bekämpfen

  • Matratze und Kissen im Winter kurz ins Freie legen – Frost tötet Milben ab.
  • Spezielle milbenhemmende Sprays aus der Apotheke können helfen, sollten aber kein Dauersatz für Hygienemaßnahmen sein.
  • Bei schwerer Milbenallergie: Bettwäsche täglich wechseln und Raumtemperatur im Schlafzimmer möglichst unter 18 °C halten.

Wenn Sie unter starkem nächtlichem Schwitzen leiden, lesen Sie auch unseren Ratgeber: Warum schwitze ich im Schlaf? – denn übermäßiges Schwitzen begünstigt die Milbenentwicklung.

Häufige Fehler beim Bett putzen

Viele Menschen machen bei der Bettepflege unbewusst Fehler, die die Hygiene verschlechtern oder das Material schädigen:

  • Bett sofort machen nach dem Aufstehen: Die Körperwärme und -feuchtigkeit bleibt eingeschlossen. Besser: Bett offen lassen und erst nach 30 Minuten machen.
  • Weichspüler bei Bettwäsche: Reduziert die Saugfähigkeit und hinterlässt Rückstände, die die Haut reizen können.
  • Matratze zu selten wenden: Führt zu ungleichmäßiger Abnutzung und Druckstellen.
  • Nasse Bettwäsche in den Schrank legen: Fördert Schimmelbildung – Bettwäsche immer vollständig trocknen.
  • Matratze zu feucht reinigen: Zu viel Feuchtigkeit im Inneren führt zu Schimmel, der von außen nicht sichtbar ist.
  • Kissen und Decken nie waschen: Auch vermeintlich saubere Bettwäsche sollte regelmäßig gewaschen werden – der Bezug schützt nicht vollständig vor Milben und Bakterien.

Häufige Fragen zum Thema Bett putzen

Wie oft sollte ich mein Bett komplett reinigen?
Bettwäsche wöchentlich bis zweiwöchentlich wechseln und waschen. Matratze monatlich absaugen und vierteljährlich wenden. Kissen und Bettdecken zwei- bis viermal jährlich waschen.

Kann ich die Matratze in die Waschmaschine geben?
Nein, Matratzen gehören nicht in die Waschmaschine. Die Füllung würde sich verklumpen, das Material würde Schaden nehmen. Matratzen werden abgesaugt, mit Hausmitteln behandelt und gut gelüftet.

Was ist der Unterschied zwischen einer normalen Matratze und einer Allergikermatratze?
Allergikermatratzen sind mit milbendichten Bezügen (Encasings) versehen, die Milben und deren Ausscheidungen zurückhalten. Sie lassen sich bei höheren Temperaturen waschen und sind ein wichtiger Baustein bei Hausstaubmilbenallergie.

Wie erkenne ich, dass meine Matratze Schimmel hat?
Schimmel an der Matratze zeigt sich als dunkle Flecken (schwarz, grün oder grau) auf der Ober- oder Unterseite. Ein muffiger Geruch ist ebenfalls ein Warnsignal. Bei starkem Schimmelbefall muss die Matratze ausgetauscht werden.

Hilft regelmäßiges Lüften wirklich gegen Milben?
Ja. Hausstaubmilben brauchen hohe Luftfeuchtigkeit zum Überleben. Regelmäßiges Lüften und eine Raumfeuchte unter 50 % reduzieren die Milbenpopulation deutlich.

Quellen

Redaktion SeiSmart
Redaktion SeiSmart

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