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Die duftende Platterbse, auch „Edelwicke“ genannt: Wie gelingt die Aufzucht?

29. September 2026
Die duftende Platterbse, auch „Edelwicke“ genannt: Wie gelingt die Aufzucht?

Die Edelwicke (Lathyrus odoratus), auch Duftende Platterbse genannt, gehört zu den beliebtesten einjährigen Kletterpflanzen überhaupt. Wer einmal ihren intensiven, süßlichen Duft wahrgenommen hat, versteht sofort, warum diese Pflanze seit Jahrhunderten Gärten verzaubert. Mit den richtigen Schritten bei Aussaat, Standortwahl und Pflege gelingt die Aufzucht auch Einsteigern zuverlässig — von den ersten Samenkörnern bis zur üppigen Blütenpracht im Sommer.

Was ist die Edelwicke — Herkunft und Besonderheiten

Ursprünglich stammt Lathyrus odoratus aus dem Mittelmeerraum, genauer aus Sizilien und Sardinien. Im 17. Jahrhundert wurde sie von dem Mönch Francesco Cupani nach England gebracht, wo Züchter in den folgenden Jahrhunderten eine beeindruckende Sortenvielfalt entwickelten. Heute sind mehrere hundert Sorten erhältlich, die sich in Blütenfarbe, -form und Wuchshöhe unterscheiden.

Das Farbspektrum reicht von reinem Weiß über zartes Rosa, leuchtendes Rot, Apricot und Lila bis hin zu tiefem Purpur und Blau. Einige Sorten zeigen zweifarbige Blüten oder auffällige Wellenränder. Neben klassischen Hochsorten, die Höhen von 2 bis 3 Metern erreichen, gibt es kompakte Balkon- und Kübelvarianten, die bei 60 bis 80 Zentimetern bleiben und keine Kletterhilfe benötigen.

Das Besondere an der Edelwicke ist ihre Kombination aus dekorativem Wert und intensivem Duft. Kein synthetisches Parfüm vermag diesen natürlichen, leicht vanilleartigen Blütenduft zu ersetzen. Gärtner schätzen sie zudem als Schnittblume: Frisch geschnittene Stiele halten in der Vase bis zu einer Woche und verströmen dabei ihren typischen Duft im ganzen Raum.

Den richtigen Standort wählen: Sonne ist Pflicht

Edelwicken sind keine Schattenpflanzen. Sie benötigen mindestens sechs Stunden direkte Sonneneinstrahlung täglich, um optimal zu wachsen und reichlich zu blühen. Ein vollsonniger Platz an einer Südwand, einem Zaun oder Rankgerüst ist ideal. Halbschattige Standorte sind möglich, führen aber zu spärlicherer Blüte und weniger Duftintensität.

Wichtig ist, dass die Wurzeln kühl bleiben, während die oberirdischen Triebe in der Sonne stehen. Das lässt sich durch eine Mulchschicht aus Rindenmulch oder Stroh rund um die Pflanzenstellen erreichen. Eine Stärke von 5 bis 7 Zentimetern genügt, um den Boden feucht und kühl zu halten.

Der Boden selbst sollte tiefgründig, humusreich und gut durchlässig sein. Staunässe verträgt Lathyrus odoratus nicht — Wurzelfäule kann schnell einsetzen. Wer schwere Lehmböden hat, sollte vor der Pflanzung reichlich Sand und Kompost untermischen. Mehr über die richtige Bodenvorbereitung erfahren Sie in unserem Ratgeber Garten umgraben: Wann und wie gelingt es richtig?

Die Aussaat der Edelwicke: Schritt für Schritt

Edelwicken lassen sich sowohl direkt ins Freiland aussäen als auch im Haus vorziehen. Beide Methoden haben ihre Vor- und Nachteile.

Vorziehen im Haus (Februar bis März)

Wer früher blühende Pflanzen möchte, zieht die Edelwicken bereits ab Mitte Februar bis Anfang März im Warmen vor. Dafür eignen sich Quelltöpfe, Eierkartons oder kleine Anzuchttöpfe besonders gut, da die empfindlichen Wurzeln beim Umtopfen möglichst wenig gestört werden sollten. Die Töpfe können später direkt mit der Pflanze in den Boden gesetzt werden.

Vor der Aussaat empfiehlt es sich, die Samenkörner 12 bis 24 Stunden in lauwarmem Wasser einzuweichen. Das erweicht die harte Samenschale und fördert die Keimung. Alternativ kann die Schale vorsichtig mit Schmirgelpapier angeraut werden (Skarifikation).

Je Topf werden 1 bis 2 Samen etwa 1 bis 2 Zentimeter tief in Anzuchterde gesteckt. Die optimale Keimtemperatur liegt zwischen 15 und 18 Grad Celsius. Ein heller, kühler Fensterplatz oder ein Minigewächshaus mit Lüftungsschlitzen schafft ideale Bedingungen. Nach 8 bis 14 Tagen erscheinen bei gleichmäßig feuchter Erde die ersten Keimlinge.

Direktaussaat im Freiland (März bis April)

Die Direktaussaat im Garten ist ab Ende März möglich, wenn keine starken Fröste mehr zu erwarten sind. Edelwicken sind zwar frosthart bis etwa -5 Grad Celsius, aber Spätfröste im April können junge Keimlinge schädigen. Ein geschützter Platz nahe einer Wand oder Hecke bietet natürlichen Schutz.

Die Samen werden in Reihen mit einem Abstand von mindestens 5 Zentimetern gesät. Der Reihenabstand sollte 30 bis 40 Zentimeter betragen. Nach dem Auflaufen werden die Pflanzen auf einen Abstand von 20 bis 25 Zentimetern vereinzelt.

Jungpflanzen richtig pflegen und aussetzen

Sobald die vorgezogenen Jungpflanzen etwa 10 Zentimeter Höhe erreicht haben und mindestens drei Blattpaare ausgebildet haben, ist es Zeit für einen wichtigen Schritt: das Entspitzen. Dabei wird die Triebspitze mit einer scharfen Schere oder den Fingernägeln direkt über einem Blattknoten entfernt. Das regt die Pflanze dazu an, mehrere Seitentriebe zu bilden — das Ergebnis ist eine buschigere, blütenreichere Pflanze.

Nach den letzten Frösten, in Mitteleuropa in der Regel nach den Eisheiligen Mitte Mai, können die vorgezogenen Pflanzen ins Freiland. Dabei ist es wichtig, sie zuvor eine Woche lang abzuhärten: Sie werden täglich für einige Stunden nach draußen gestellt, anfangs in den Halbschatten, später in die volle Sonne.

Im Freiland werden die Pflanzen mit einem Abstand von 20 bis 40 Zentimetern gepflanzt. Direkt beim Einpflanzen sollten die ersten Rankhilfen gesetzt werden — Holzstäbe, Drahtgitter oder Juteschnur an Zaunpfosten. Edelwicken ranken sich mit Hilfe von Blattranken, brauchen also etwas zum Festhalten.

Gießen, Düngen und Blütenpflege im Sommer

Ab Juni entfalten Edelwicken ihre volle Blütenpracht — sofern sie ausreichend Wasser und Nährstoffe erhalten. Im Sommer ist tägliches Gießen, bei Hitze sogar zweimal täglich, unerlässlich. Dabei gilt: direkt an der Wurzel gießen, nicht über die Blätter. Nässe auf den Blättern fördert Mehltau, eine der häufigsten Krankheiten bei Edelwicken.

Alle zwei Wochen freuen sich die Pflanzen über eine Düngergabe. Bewährt haben sich Kaliumreiche Flüssigdünger, die die Blütenbildung fördern. Stickstoffreiche Dünger sollten vermieden werden — sie fördern zwar das Blattwachstum, gehen aber auf Kosten der Blüten.

Der wichtigste Pflegeschritt überhaupt ist das regelmäßige Entfernen verblühter Blüten (Deadheading). Sobald eine Blüte verwelkt, beginnt die Pflanze, Samenschoten zu bilden — und stellt die Blütenproduktion ein. Wer täglich oder mindestens alle zwei Tage die verblühten Stellen abschneidet, verlängert die Blütezeit erheblich, in günstigen Jahren bis in den Oktober hinein.

Als Schnittblumen eignen sich Edelwicken hervorragend. Schneiden Sie morgens, wenn die Stiele voll mit Wasser sind, und stellen Sie die Blüten sofort ins Wasser. Regelmäßiges Schneiden von Blumensträußen fördert gleichzeitig die weitere Blütenbildung — ein angenehmer Nebeneffekt.

Häufige Probleme und wie man sie löst

Mehltau ist die häufigste Krankheit bei Edelwicken, besonders in trockenen, heißen Sommern. Er zeigt sich als weißlicher, mehliger Belag auf Blättern und Stielen. Vorbeugend helfen gute Luftzirkulation zwischen den Pflanzen und Gießen am Boden statt über die Blätter. Ist der Befall bereits vorhanden, hilft eine Spritzung mit verdünnter Milch (1:9 mit Wasser) oder speziellen Pilzmitteln aus dem Fachhandel.

Blattläuse befallen Edelwicken vor allem im Frühjahr. Befallene Triebspitzen können einfach abgeschnitten werden. Bei starkem Befall hilft ein kräftiger Wasserstrahl oder biologische Mittel auf Rapsölbasis.

Wer giftige Pflanzen im Garten grundsätzlich meiden möchte, sollte wissen: Edelwicken sind für Mensch und Tier nur leicht giftig — die Samen enthalten Lathyrin, das bei übermäßigem Verzehr Beschwerden verursachen kann. Mehr über gefährliche Gartenpflanzen lesen Sie in unserem Beitrag Giftige Pflanzen im Garten für Kinder, Hunde und Katzen.

Samen ernten und überwintern

Wer im Herbst einige Samenschoten an der Pflanze belässt, kann seine eigenen Samen ernten. Die Schoten sind reif, wenn sie braun und trocken sind und beim Schütteln rasseln. Die Samen werden in beschrifteten Papiertüten kühl und trocken gelagert und sind in der Regel zwei bis drei Jahre keimfähig.

Da Edelwicken einjährig sind, sterben sie nach dem ersten Frost ab. Die Pflanzenreste können kompostiert werden. Die Wurzeln hinterlassen im Boden Stickstoffknöllchen, die den Boden für Folgekulturen bereichern.

FAQ: Häufige Fragen zur Edelwicke

Wann ist der beste Zeitpunkt für die Aussaat der Edelwicke?

Die Voranzucht im Haus beginnt Mitte Februar bis Mitte März bei 15 bis 18 Grad Celsius. Die Direktaussaat ins Freiland ist ab Ende März an frostgeschützten Stellen möglich, nach den Eisheiligen Mitte Mai kann dann definitiv ohne Frostgefahr gepflanzt werden.

Wie hoch wachsen Edelwicken?

Klassische Hochsorten erreichen 2 bis 3 Meter Höhe. Es gibt auch kompakte Zwerg- und Balkonsorten, die bei 60 bis 80 Zentimetern bleiben und keine Rankhilfe benötigen.

Warum blüht meine Edelwicke nicht?

Die häufigsten Ursachen sind zu wenig Sonne, zu viel Stickstoffdünger, unterlassenes Deadheading (verblühte Blüten wurden nicht entfernt) oder Trockenstress. Vollsonnige Standorte, kaliumreicher Dünger und tägliches Entfernen verwelkter Blüten fördern die Blütenbildung.

Sind Edelwicken giftig?

Die Samen der Edelwicke enthalten Lathyrin und sind bei größeren Mengen leicht giftig für Mensch und Tier. Bei normalem Gartenkontakt besteht kein nennenswertes Risiko. Kinder und Haustiere sollten dennoch nicht an den Samen knabbern.

Kann ich Edelwicken im Topf oder Kübel anpflanzen?

Ja, für den Balkon oder die Terrasse eignen sich speziell gezüchtete Zwerg- und Kübelsorten hervorragend. Der Kübel sollte mindestens 30 Liter fassen, damit die Wurzeln ausreichend Platz haben. Regelmäßiges Gießen und Düngen ist im Topf noch wichtiger als im Beet.

Quellen

Redaktion SeiSmart
Redaktion SeiSmart

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