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Gefährliche bzw. giftige Pflanzen im Garten für Kind, Hund oder Katze?

23. September 2026
Gefährliche bzw. giftige Pflanzen im Garten für Kind, Hund oder Katze?

Sie sind tückische Gartenbewohner – die Giftpflanzen. Auch in unseren heimischen Gärten finden sich diverse Exemplare. Jedes Jahr kommen Kinder ins Krankenhaus, die von dem Aussehen dieser Pflanzen angezogen wurden und diese in den Mund steckten. Auch Haustiere erliegen regelmäßig Vergiftungen dieser Art. Laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zählen Pflanzen zu den häufigsten Ursachen von Vergiftungsanfragen bei Kindern unter 6 Jahren in Deutschland – Gartenbesitzer sollten daher besonders wachsam sein.

Welche Gartenpflanzen sind für Kinder und Haustiere (Hund bzw. Katze) gefährlich?

Nachfolgend eine Auflistung der wichtigsten Giftpflanzen, die in deutschen Gärten häufig vorkommen und für Kinder, Hunde sowie Katzen gefährlich werden können:

Der Goldregen (Laburnum), auch Bohnenbaum genanntgoldregen

  • Name: Goldregen
  • Region: Europa
  • Häufigkeit: Häufig als Zierpflanze in Gärten
  • Gefahr: Giftig

Der Goldregen ist ein Baum, der mit langen, gelb leuchtenden Blüten aufwartet, die unwissende Kinder leicht zum Spielen verleiten können. An diesem Baum ist alles giftig, vor allem muss allerdings vor den Samen gewarnt werden. Eine Vergiftung tritt erst zwischen einer halben bis zu einer Stunde nach dem Verzehr ein und zeigt sich durch Erbrechen und Leibschmerzen – in besonders schweren Fällen sogar mit Bewusstlosigkeit, Krampfanfällen oder Kreislaufversagen. Hunde und Katzen reagieren besonders empfindlich auf das im Goldregen enthaltene Cytisin: Bereits 3–4 Samen können bei einem Kleinkind lebensgefährlich sein.

Der Eisenhut (Aconitum), auch Sturmhut genannt

  • Name: Eisenhut / Sturmhut
  • Region: Europa, Asien
  • Häufigkeit: Häufig in Gärten als attraktive Zierpflanze
  • Gefahr: Extrem giftig – eine der giftigsten Pflanzen Europas

Der Eisenhut gilt als eine der giftigsten Pflanzen Europas. Das enthaltene Aconitin ist so toxisch, dass bereits der Hautkontakt mit dem Pflanzensaft zu Taubheitsgefühlen und Kribbeln führen kann. Bei Verzehr – auch kleinster Mengen – treten innerhalb von Minuten bis Stunden Symptome auf: Taubheitsgefühl im Mund, starkes Brennen, Übelkeit, Erbrechen, Herzrhythmusstörungen und im schlimmsten Fall Herzstillstand. Für Hunde und Katzen ist der Eisenhut ebenfalls hochgiftig. Gartenbesitzer mit Kindern oder Haustieren sollten auf diese Pflanze im Garten unbedingt verzichten.

Der Rote Fingerhut (Digitalis purpurea), auch Fuchskraut genannt

roterfingerhut

  • Name: Roter Fingerhut
  • Region: West-, Nord-, Süd- und Mitteleuropa
  • Häufigkeit: Selten bis gelegentlich
  • Gefahr: Giftig

Auch beim Roten Fingerhut ist jeder Teil der Pflanze giftig. 2007 wurde er sogar zur Giftpflanze des Jahres gewählt. Schon der Verzehr von zwei der kleinen Blätter kann zu schwersten Vergiftungen führen. Die glockenartigen, purpurroten Blüten laden zum Anfassen ein. Nach dem Verzehr kann es zu Erbrechen kommen – ohne Erbrechen drohen Herzrhythmusstörungen, Sehstörungen und Halluzinationen. Die herzwirksamen Glykoside des Fingerhuts können bei unbehandelter Vergiftung lebensbedrohlich werden.

Das Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum), auch Herkuleskraut genannt

riesen-baerenklau

  • Name: Riesen-Bärenklau
  • Region: Europa
  • Häufigkeit: Sehr häufig
  • Gefahr: Giftig (Kontaktgift)

Beim Riesen-Bärenklau ist der Stängelsaft die gefährliche Substanz. Diese Pflanze wurde im Jahr 2008 zur Giftpflanze des Jahres ernannt. Sie kann eine Höhe von bis zu 4 m erreichen und der Haut schon bei einer einfachen Berührung schmerzhafte Verbrennungen ersten oder zweiten Grades zufügen. Kinder vergnügen sich oftmals damit, diesen Pflanzen mit einem Stock die Blüten abzutrennen – dabei können Saftspritzer auf die Haut gelangen. Die Verbrennungen entstehen durch den Kontakt mit Sonnenlicht! Betroffene Hautstellen müssen sofort abgedeckt und gründlich gewaschen werden.

Der Thuja (Lebensbaum) – häufige Heckenpflanze mit Tücken

  • Name: Thuja / Lebensbaum
  • Region: Europa, Nordamerika
  • Häufigkeit: Sehr häufig als Heckenpflanze
  • Gefahr: Giftig

Thuja-Hecken gehören zu den beliebtesten Sichtschutzpflanzen in deutschen Gärten – und sind gleichzeitig für Kinder und Tiere giftig. Alle Teile der Pflanze, insbesondere die Zweige und Beeren, enthalten Thujon. Bei Kindern kann der Verzehr zu Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und in schweren Fällen zu Krämpfen führen. Für Katzen ist Thuja besonders gefährlich, da sie gelegentlich an den Zweigen kauen. Auch Hunde reagieren empfindlich. Ein Abzäunen der Hecke oder das Wählen einer ungiftigen Alternative wie Hainbuche kann sinnvoll sein.

Der Oleander (Nerium oleander) – schön, aber hochgiftig

  • Name: Oleander
  • Region: Mittelmeerraum; als Kübelpflanze in ganz Deutschland verbreitet
  • Häufigkeit: Häufig auf Terrassen und Balkonen
  • Gefahr: Sehr giftig

Der Oleander ist eine weit verbreitete Terrassenpflanze – und dabei hochgiftig. Alle Teile der Pflanze, einschließlich des Wassers in der Vase, enthalten herzwirksame Glykoside (Oleandrin). Bereits kleine Mengen können bei Kindern und Tieren zu Herzrhythmusstörungen, Erbrechen, Schwindel und in extremen Fällen zum Tod führen. Hunde und Katzen, die an den Blättern kauen, sind akut gefährdet. Der Oleander sollte für Kleinkinder und Haustiere grundsätzlich nicht frei zugänglich aufgestellt werden.

Die Herbst-Zeitlose (Colchicum autumnale)

herbstzeitlose

  • Name: Herbstzeitlose
  • Region: Mitteleuropa
  • Häufigkeit: Selten
  • Gefahr: Sehr giftig

Besonders gefährlich ist die unscheinbare Herbstzeitlose. An ihr ist alles giftig, ganz besonders die Samen. Vergiftungserscheinungen treten erst zwei bis sechs Stunden nach dem Verzehr auf: Schluckbeschwerden, Brennen im Mund, Erbrechen und Durchfall. Bei einer schweren Vergiftung kann es zu Herzrasen und Krampfanfällen mit Todesfolge durch Atemlähmung kommen. Gefährlich: Die Herbstzeitlose sieht dem Bärlauch ähnlich. Wer Bärlauch im Garten pflückt und eine Verwechslung nicht ausschließen kann, sollte dies unbedingt unterlassen.

Die Rosskastanien (Aesculus)

rosskastanie

  • Name: Rosskastanie
  • Region: Mitteleuropa, Nordamerika, Ostasien
  • Häufigkeit: Sehr häufig
  • Gefahr: Schwach giftig

Nur schwach giftig, durch den häufigen Kontakt mit Kindern aber erwähnenswert, ist die Rosskastanie. Die jungen, noch grünen Kastanien können beim Verzehr zu Erbrechen und Durchfall führen. Eltern sollten dafür sorgen, dass Kinder sich mit dem Sammeln gedulden, bis die Kastanien schön reif und braun sind. Auch dann sollten die Hände gereinigt werden, bevor etwas damit in den Mund gesteckt wird.

Die Schneebeeren (Symphoricarpos)

schneebeere

  • Name: Schneebeere
  • Region: Europa, Nordamerika
  • Häufigkeit: Häufig
  • Gefahr: Schwach giftig

Die Schneebeere – oft als Knall- oder Knackerbse bezeichnet – wird von Kindern gerne gepflückt, um mit lautem Knall auf dem Boden zu zerplatzen. Bei übermäßigem Verzehr kann es zu Leibschmerzen und Erbrechen kommen. In manchen Fällen führt Hautkontakt zu Entzündungen. Kinder sollten darauf hingewiesen werden, dass es beim Werfen bleiben sollte.

Die Tollkirsche (Atropa belladonna)

tollkirsche

  • Name: Tollkirsche
  • Region: Mitteleuropa
  • Häufigkeit: Häufig
  • Gefahr: Sehr giftig

Giftig sind sämtliche Teile der Tollkirsche, besonders hohe Giftkonzentrationen finden sich in Wurzeln und Samen. Die kleinen, schwarzen Beeren laden zum Probieren ein. Nach einem Verzehr kommt es zu Rötung des Gesichts, starkem Durst, erweiterten Pupillen und hohem Puls. Bei schwerer Vergiftung treten Gleichgewichtsstörungen, Sehstörungen und Krampfanfälle auf – mit möglicher Todesfolge.

Typische Vergiftungssymptome bei Kindern und Haustieren

Die Symptome einer Pflanzenvergiftung können je nach Pflanze und aufgenommener Menge stark variieren. Folgende Warnsignale sollten Eltern und Tierbesitzer kennen:

Symptome beim Kind:

  • Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen
  • Brennen oder Taubheit im Mund- und Rachenbereich
  • Erweiterte oder verengte Pupillen
  • Herzrasen oder unregelmäßiger Puls
  • Schwindel, Bewusstseinsstörungen, Krampfanfälle
  • Starke Hautrötung oder Blasenbildung (besonders bei Kontakt mit Riesenbärenklau)

Symptome beim Hund oder der Katze:

  • Starkes Speicheln, Erbrechen, Durchfall
  • Zittern oder Krampfanfälle
  • Taumeln, Gleichgewichtsstörungen
  • Herzrhythmusstörungen (unregelmäßiger oder sehr schneller Herzschlag)
  • Apathie, plötzliches Zusammenbrechen

Wann sofort zum Arzt oder Tierarzt?

Bei Verdacht auf eine Pflanzenvergiftung gilt: Im Zweifelsfall immer sofort handeln! Warten, bis Symptome auftreten, ist gefährlich – manche Gifte wirken erst nach mehreren Stunden.

  • Vergiftungsnotruf anrufen: 030 19240 (Berlin, bundesweit erreichbar)
  • Bei lebensbedrohlichen Symptomen: Notruf 112
  • Dem Arzt genau beschreiben, welche Pflanze möglicherweise aufgenommen wurde
  • Wenn möglich: Foto oder Probe der Pflanze mitnehmen
  • Beim Tier: sofort Tierarzt oder tierärztlichen Notdienst kontaktieren
  • Kein Erbrechen herbeiführen ohne Rücksprache mit dem Arzt – bei einigen Giften kann dies den Zustand verschlechtern

Häufig gestellte Fragen zu giftigen Pflanzen im Garten

Welche Gartenpflanze ist für Katzen besonders gefährlich?

Besonders gefährlich für Katzen sind Oleander, Eisenhut, Herbstzeitlose und Thuja. Schon kleine Mengen können bei Katzen zu lebensbedrohlichen Vergiftungen führen. Auch Lilien, die häufig als Schnittblume im Haus stehen, gelten als extrem giftig für Katzen.

Welche Symptome zeigt ein vergifteter Hund?

Ein vergifteter Hund zeigt häufig starkes Speicheln, Erbrechen, Durchfall, Zittern, Krampfanfälle oder Apathie. Bei diesen Anzeichen sollte umgehend ein Tierarzt aufgesucht werden – am besten mit Angabe der möglichen Giftquelle.

Ist Goldregen für Kinder wirklich gefährlich?

Ja, Goldregen ist für Kinder hochgiftig. Alle Teile des Baums – insbesondere die Samen – enthalten das Alkaloid Cytisin. Bereits 3–4 Samen können bei einem Kleinkind zu schweren Vergiftungserscheinungen führen.

Was tue ich, wenn mein Kind eine giftige Pflanze gegessen hat?

Sofort den Vergiftungsnotruf anrufen (030 19240) oder den Notruf 112. Ruhe bewahren, die mögliche Pflanze identifizieren (Foto machen) und genaue Angaben zur vermutlich aufgenommenen Menge machen. Kein Erbrechen herbeiführen ohne ärztliche Anweisung.

Welche giftigen Pflanzen sollte ich aus dem Garten entfernen, wenn ich Kleinkinder habe?

Besonders gefährlich für Kleinkinder sind: Eisenhut, Tollkirsche, Herbstzeitlose, Goldregen und Oleander. Diese sollten aus Gärten mit Kleinkindern entfernt oder durch ungiftige Alternativen ersetzt werden.

Quellen


Urheber der Bilder: Flickr.com, BY © Weisserstier (Goldregen); BY © Avanova (Roter Fingerhut); BY © Free Photo Fun (Riesen-Bärenklau); BY © Blumenbiene (Herbstzeitlose); BY © Schaefer_rudolf (Rosskastanie & Schneebeere); BY © Petuniad (Tollkirsche).

Redaktion SeiSmart
Redaktion SeiSmart

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