Donnerstag, 22. Oktober 2026
Impressum  ·  Datenschutz
Aktuell
Home botanik Welche Blumenarten gibt es? Wie viele verschiedene Blumenarten gibt es?
botanik

Welche Blumenarten gibt es? Wie viele verschiedene Blumenarten gibt es?

30. September 2026
Welche Blumenarten gibt es? Wie viele verschiedene Blumenarten gibt es?

Weltweit gibt es schätzungsweise 260.000 bis 400.000 Blumenarten – eine genaue Zahl ist schwer zu bestimmen, da Wissenschaftler nicht immer einig sind, welche Pflanzen als „Blume“ im botanischen Sinne zählen. Was alle Blumen verbindet: Sie sind Blütenpflanzen, die sich über ihre Blüten fortpflanzen und dabei oft auf Insekten als Bestäuber angewiesen sind. Die Form der Blüte bestimmt, welche Insekten zur Bestäubung geeignet sind – und damit die grundlegende Klassifizierung der Blumenarten.

Blumenarten nach Blütenform

Glockenblumen

Glockenblumen ähneln, wie der Name verrät, der Form einer Glocke: Am Blütenstamm ist die Blüte eng und wird nach und nach weiter. Bei den meisten Arten hängt die Blüte senkrecht herab, was den Vergleich mit einer Glocke treffend macht. Der Pollenstempel ragt oft aus den Blüten heraus, sodass Insekten die Pflanze bestäuben können, ohne ins Innere zu gelangen. Bekannte Vertreter sind Osterglocke (Narcissus pseudonarcissus) und Maiglöckchen (Convallaria majalis).

Trichterblumen

Bei Trichterblumen wird die Blüte – im Gegensatz zu den Glockenblumen – nach unten hin immer enger. Diese Form leitet Insekten gezielt zur Nektarquelle. Typische Beispiele sind Ackerwinde (Convolvulus arvensis) und der populäre Krokus (Crocus), der zu den ersten Frühjahrsboten zählt.

Bürstenblumen

Bürstenblumen, auch Pinselblumen genannt, zeichnen sich durch ihre langgezogenen Staubblätter aus, die einer Bürste oder einem Pinsel ähneln. Durch diese Form werden Insekten auf Distanz auf die Pflanze aufmerksam. Bekannte Bürstenblumen sind Spitzwegerich (Plantago lanceolata) und Korbweide (Salix viminalis).

Fallenblumen

Die Besonderheit dieser Blumenart liegt darin, dass sie ein Insekt im Inneren der Blüte einschließt und erst nach der Bestäubung wieder freilässt. Man unterscheidet Kesselfallenblumen (das Insekt wird vollständig eingeschlossen) von Klemmfallenblumen (nur Rüssel oder Bein werden festgehalten). Typische Fallenblumen sind der Gelbe Frauenschuh (Cypripedium calceolus) – eine streng geschützte Orchideenart – und die Schwalbenwurz (Vincetoxicum hirundinaria).

Körbchenblumen

Bei Körbchenblumen sind viele kleine Einzelblüten körbchenförmig so aneinandergereiht, dass die Pflanze optisch wie eine einzelne große Blüte wirkt. Die Röhren- oder Zungenblüten in der Mitte werden von Insekten bestäubt. Diese Blumenart gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae). Bekannte Vertreter: Sonnenblume, Kamille und Margerite.

Lippenblumen

Lippenblumen haben langgezogene Blütenblätter, die wie eine menschliche Lippe geformt sind. Die Oberlippe enthält die Staubblätter, die Unterlippe dient Insekten als Landeplatz. Typische Arten sind Weiße Taubnessel (Lamium album), Gefleckte Taubnessel (Lamium maculatum) und Wiesensalbei (Salvia pratensis).

Scheibenblumen

Die Blüten der Scheibenblumen sind offen, flach und für Insekten leicht zugänglich. Diese Form ermöglicht auch Insekten mit kurzem Rüssel eine einfache Bestäubung – ein großer ökologischer Vorteil. Gänseblümchen (Bellis perennis) und Arnika (Arnica montana) gehören zu dieser Gruppe.

Röhrenblumen

Röhrenblumen haben eine waagerechte oder senkrechte Röhrenform. Diese Blumenart ist vergleichsweise selten, da die Länge der Röhre nur bestimmten Insekten – vor allem Nachtfaltern und Hummeln – die Bestäubung ermöglicht. Beispiele sind Waldgeißblatt (Lonicera periclymenum) und Tabak (Nicotiana).

Rachenblumen

Rachenblumen haben eine weite Öffnung, wobei die Staubblätter tief im Inneren liegen. Nur Insekten, die ins Blüteninnere eindringen können, sind zur Bestäubung geeignet. Springkrautarten (Impatiens) und der giftige, aber faszinierende Fingerhut (Digitalis) zählen zu dieser Gruppe.

Blumen nach Saison: Was blüht wann?

Für Hobbygärtner ist der Blühzeitpunkt entscheidend. Mit der richtigen Pflanzenauswahl lässt sich ein Garten gestalten, der von Frühling bis Winter Farbe zeigt.

  • Frühling (März–Mai): Schneeglöckchen, Krokusse, Tulpen, Narzissen, Maiglöckchen und Hyazinthen bringen die ersten Farbtupfer nach dem Winter. Viele dieser Zwiebelpflanzen werden bereits im Herbst gesetzt.
  • Sommer (Juni–August): Rosen, Lavendel, Sonnenblumen, Dahlien und Zinnien bringen die Hauptblütezeit. Dieser Zeitraum bietet die größte Artenvielfalt und ist ideal für Wildblumenwiesen.
  • Herbst (September–November): Herbstastern, Chrysanthemen, Erica (Heidekraut) und Stauden-Sonnenblumen sorgen für Farbe bis in den November. Besonders pflegeleicht sind Herbstanemonen.
  • Winter (Dezember–Februar): Winterjasmin, Christrose (Helleborus niger) und Schneeglöckchen (ab Januar) überbrücken die kalte Jahreszeit. Für Gärten in milden Regionen eignen sich auch Winterheide und Mahonie.

Praktische Tipps für Hobbygärtner

Die Artenvielfalt im eigenen Garten erhöht die ökologische Qualität erheblich. Ein paar Grundregeln helfen dabei:

  • Standort beachten: Nicht jede Blume gedeiht überall. Sonnenhungrige Pflanzen wie Lavendel oder Ringelblume brauchen mindestens sechs Stunden direkte Sonne täglich.
  • Heimische Wildblumen bevorzugen: Einheimische Arten wie Kornblume, Wiesensalbei oder Margerite sind an das lokale Klima angepasst und unterstützen die heimische Insektenwelt.
  • Blühstaffeln planen: Wer Zwiebelpflanzen im Herbst setzt, Sommerblumen im April/Mai pflanzt und Herbststauden ergänzt, hat von März bis November immer etwas in Blüte.
  • Auf Pestizide verzichten: Blumen für Bienen und Schmetterlinge sind nur dann wertvoll, wenn keine Pestizide eingesetzt werden. Natürliche Schädlingsbekämpfung mit Nützlingen ist die bessere Alternative.

Häufige Fragen zu Blumenarten

Wie viele Blumenarten gibt es weltweit?

Wissenschaftler schätzen die Zahl der Blütenpflanzen auf etwa 260.000 bis 400.000 Arten. Davon gelten je nach Definition mehrere zehntausend als „Blumen“ im engeren Sinne. Täglich werden neue Arten entdeckt, insbesondere in tropischen Regenwäldern.

Was ist der Unterschied zwischen ein- und mehrjährigen Blumen?

Einjährige Blumen (Annuelle) wie Ringelblumen oder Zinnien keimen, blühen und setzen Samen innerhalb einer Vegetationsperiode. Mehrjährige Stauden wie Rosen, Lavendel oder Rittersporn überleben den Winter und treiben jedes Jahr neu aus – sie sind langfristiger und oft pflegeleichter.

Welche Blumen sind gut für Bienen und Insekten?

Besonders wertvoll für Insekten sind einheimische Wildblumen: Kornblume, Wiesensalbei, Margerite, Natternkopf und Wiesenknöterich. Auch Lavendel, Phacelia und Borretsch sind hervorragende Bienenweide. Wichtig: gefülltblütige Züchtungen bieten meist keinen Nektar.

Welche Blumen blühen am längsten?

Zu den ausdauerndsten Blühern zählen Rosen (Mai–Oktober), Geranien (Mai–Oktober), Lavendel (Juni–August) und Verbena (Mai–Oktober). Im Topf oder Beet halten sich außerdem Impatiens (Fleißiges Lieschen) und Begonien besonders lange.

Sind alle bunt blühenden Pflanzen Blumen?

Nein – botanisch gesehen sind Blumen eine Untergruppe der Blütenpflanzen (Angiospermen). Auch Gräser, Nadelbäume oder Farne sind Pflanzen, aber keine Blumen im botanischen Sinne. Umgangssprachlich wird der Begriff weiter gefasst und umfasst alle Zierpflanzen mit auffälligen Blüten.

Quellen

Redaktion SeiSmart
Redaktion SeiSmart

Die Redaktion von SeiSmart.de besteht aus erfahrenen Redakteuren und Fachautoren, die täglich nützliche Ratgeber-Artikel zu den Themen Gesundheit, Haushalt, Tiere, Reisen, Kochen und Lifestyle verfassen. Unser Ziel: praktische, verständliche und verlässliche Tipps für den deutschen Alltag.